Datum: 17.06.2022

Bauschaum bald nur noch mit spezieller Schulung!

Eine Verordnung der Europäischen Union bringt einige Veränderung für Metaller aus dem Baustellenbetrieb mit sich. Die Änderung in der Verordnung (EG) Nr. 1907/2006 Anhang XVII vom 03.08.2020 verbietet ab demnächst die Verwendung von Diisocyanaten. Von was?

Bauschaum bald nur noch mit spezieller Schulung!

Bei Diisocyanaten handelt es sich um Stoffe, die in großen Mengen zur Herstellung von Polyurethan-Schäumen verwendet werden, aber auch in Dichtstoffen, Beschichtungen und anderen Anwendungen zum Einsatz kommen. Als wichtige Bausteine für die Polyurethan-Herstellung unterliegen Diisocyanate der REACH Verordnung. Mit dem Wirksamwerden des Eintrags Nr. 74 des Anhangs XVII der REACH-Verordnung kommen nun neue Pflichten auf Verwender und Lieferanten von Diisocyanaten zu, wenn sie diese als Stoffe oder als Bestandteil in anderen Stoffen oder Gemischen in Konzentrationen ab 0,1 Gew.-% anwenden oder in Verkehr bringen möchten.  

Lieferanten dürfen nach dem 24. Februar 2022 Diisocyanate als Stoffe oder als Bestandteil in anderen Stoffen oder Gemischen für die industrielle und gewerbliche Verwendung in Konzentrationen ab 0,1 Gew.-% nur noch in den Verkehr bringen, wenn sie sicherstellen, dass der Abnehmer von der Notwendigkeit einer Schulung Kenntnis hat und wenn auf dem Etikett der Hinweis: „Ab dem 24. August 2023 muss vor der industriellen und gewerblichen Anwendung eine angemessene Schulung erfolgen“, angebracht ist. Außerdem muss der Lieferant sicherstellen, dass dem Kunden Schulungsunterlagen zur Verfügung gestellt werden. 

Für Unternehmen bedeutet das, dass die eigenen Bestände nach Bauschäumen, Beschichtungen und Klebern mit einem Diisocyanat-Anteil von größer 0,1% durchsucht werden sollten. Diese Bestände sind dann bis zum 23.08.2023 aufzubrauchen. Neubestellungen sollten nur noch unter Berücksichtigung der 0,1% Grenze erfolgen. Nur so vermeiden Sie Probleme auf der Baustelle! 

TIPP:  

Fragen Sie Ihren Lieferanten nach Produkten mit einem Anteil von Diisocyanaten von unter 0,1% und ersetzen Sie die jetzt verwendeten Produkte! 

Welche Ausbildung benötigt man, um Schulungen durchführen zu dürfen?  

In Absatz 4 der Beschränkungsbedingungen wird festgelegt, dass die Schulungen von einem Experten auf dem Gebiet der Sicherheit und des Gesundheitsschutzes am Arbeitsplatz durchgeführt werden, der hierfür eine entsprechende Ausbildung zu durchlaufen hat. 

Sind auch Onlineschulungen möglich?  

In Absatz 5 wird darauf hingewiesen, dass neben dem Präsenzlernen auch die Möglichkeit besteht einzelne Schulungsbestandteile als Online-Schulung anzubieten. Ein Online- oder webbasiertes Training eignet sich jedoch nicht für alle Trainingsinhalte.  

Der Fachverband Metall NW erarbeitet gerade ein entsprechendes Schulungskonzept, damit Sie Ihre notwendigen Bauschäume auch im Jahr 2023 weiterverwenden können. Schauen Sie einfach 2023 auf unserer Website vorbei und melden sich zu dem entsprechenden Seminar an.