Datum: 27.05.2021

Berufliche Orientierung in Pandemiezeiten gemeinsam gestalten

Der Unternehmerverband des deutschen Handwerks wirbt bei der Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW für eine stärkere Unterstützung bei der Bekämpfung des Fachkräftemangels.  

UVH-Präsident Hans-Joachim Hering

Yvonne Gebauer (FDP), Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW.

Bei einem Gespräch mit dem Vorstand des Unternehmerverbandes Handwerk NRW (UVH) bekräftigte die Ministerin für Schule und Bildung des Landes NRW, Yvonne Gebauer, dass trotz der pandemiebedingten Einschränkungen die Umsetzung der Beruflichen Orientierung an den Schulen sowie Praxiseinblicke in die betriebliche Ausbildung aufrechterhalten bleiben müssen.  

Durch die Coronapandemie gestaltet sich die Suche nach Fach- und Ausbildungskräften im Handwerk derzeit schwierig. Die Situation ist aktuell durch rückläufige Ausbildungsverhältnisse in den Handwerksberufen und einen sich längerfristig abzeichnenden Fachkräftemangel gekennzeichnet. Ein besonderes Problem bei der Beruflichen Orientierung ist derzeit, dass den Betrieben der Zugang zu den traditionellen Präsenz- und Informationsangeboten im Schulunterricht nicht möglich ist und auch Ausbildungsmessen und Berufsfelderkundungen bzw. Praktika in den Betrieben nur mit Einwilligung der Eltern und Betriebe stattfinden können.  

Als Folge haben zahlreiche Akteure aus den Handwerksorganisationen sowie die Kommunen ihre digitalen Berufsorientierungsangebote stark ausgebaut und unterstützen die Betriebe u.a. mit Social-Media-Kampagnen und virtuellen Einblicken in die Berufsausbildung und den Einstellungsprozess.  

Ein weiterer Schritt muss die aktive Einbeziehung der Schulen in den Prozess sein. „Für den Besuch von Präsenz-Messen gibt es in den Lehrplänen eingetragene Zeitkontingente. Gleiches muss auch für die digitalen Veranstaltungen gelten.“ fordert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Metall NW.  

UVH-Präsident Hans-Joachim Hering bat die Ministerin, Lehrerinnen und Lehrer gezielt für die Bedeutung und Notwendigkeit der Beruflichen Orientierung im Unterricht auch während der Corona-Pandemie zu sensibilisieren und Rahmenbedingungen zu erhalten, die die Durchführung der Beruflichen Orientierung ermöglichen. Auch die Berufspraktika müssten weiter durchgeführt werden. 

Ministerin Gebauer bot ihre Unterstützung bei der Bekanntmachung digitaler Angebote von Betrieben zur Umsetzung von Standardelementen im Rahmen der Beruflichen Orientierung an, denn: „Uns eint das Ziel, hier mehr zu erreichen. Schülerbetriebspraktika spielen innerhalb der Beruflichen Orientierung eine wichtige Rolle, deswegen haben wir schon früh mit Blick auf die Pandemiesituation umfangreiche Flexibilisierungsmöglichkeiten eröffnet, um angepasste oder alternative Umsetzungsformate möglich zu machen“  

Sie führte weiterhin aus, dass die im Rahmen der Landesinitiative „Kein Abschluss ohne Abschluss“ (KAoA) geschaffenen Organisationsstrukturen, insbesondere die kommunalen KAoA-Steuerungsgremien, die ideale Plattform bieten, um auch regionale Angebote der Handwerksorganisationen zielgerichtet an Schulen zu platzieren. Angebote von landesweiter Relevanz können von Seiten des Schulministeriums distribuiert werden.  

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