Datum: 13.04.2022

Bundeswettbewerb Die Gute Form: Platz 2 geht an NRW

Auch in 2022 musste die Preisverleihung im Wettbewerb „Die Gute Form – Gestaltung im Metallhandwerk“ online durchgeführt werden. Am 08.04.2022 konnten 4 Bundessieger geehrt werden.

Die gute Form: Sieger für NRW steht fest

Michael Stratmann, der die Preisverleihung als Jurymitglied und Vorsitzender der Bundesfachgruppe Metallgestaltung moderierte, zeigte sich begeistert von der hohen Qualität der Arbeiten. „Die Themen für die Prüflinge wiederholen sich naturgemäß und so ist in diesem Jahr das Thema „Leuchte“ erneut stark vertreten. Umso erstaunlicher ist es, welche Vielfältigkeit und differenzierten Lösungen mit den Abschlussstücken präsentiert wurden“, so Stratmann.

Sieger in der Fachrichtung Metallgestaltung wurde Martin Larasser (Ausbildungsbetrieb Peter Michael Reich, Bayern). Der 2. Platz ging an Jonah Paul Schefels (Ausbildungsbetrieb Metallgestaltung Stratmann, Essen, NRW). Den 3. Platz belegte Richard Bichlmaier (Ausbildungsbetrieb Bergmeister Kunstschmiede aus Ebersberg, Bayern).

Die Preisträger und ihre Werkstücke

Fachrichtung Metallgestaltung

Martin Larasser (Bayern)

Den ersten Preis erhält Martin Larasser für ein Lichtobjekt. Mit hoher Präzision, einer enormen Konsequenz sowie mit technisch raffinierten Details, die sich allerdings nicht in den Vordergrund spielen, hat Martin Larasser eine Leuchte als Lichtobjekt konzipiert, gestaltet und realisiert.  Dieses Objekt verblüfft laut Jury in seiner Vielseitigkeit der Ausrichtungsmöglichkeiten und muss sehr genau betrachtet werden, um zu verstehen, wie die vielfältigen Stellungen der einzelnen Abschnitte zustande kommen. Urteil der Jury: „Das Stück zeigt in der Idee, dem Konzept und in seiner Originalität eine hohe Gestaltungs- und Funktionsqualität bei gleichzeitiger hervorragender Realisation.“

Jonah Paul Schefels (Nordrhein-Westfalen)

Der zweite Preis geht an Jonah Paul Schefels für eine mobile Gedenkstätte in einer stark reduzierten, einfachen Form.  Urteil der Jury: „Dem Anspruch, diese Arbeit mobil zu halten, entspricht in lobenswerter Weise die ausgeprägte Verbindungstechnik, die es erlaubt, das Stück mit einfachen Handgriffen auseinander zu nehmen und an anderer Stelle wieder zusammenzusetzen.“ Die Schmiedetechnik sei bestimmend für die Form und somit klar funktionsbezogen angewandt. Die Oberflächen wurden roh belassen, lediglich gewachst. Nur die das Kerzenlicht spiegelnde Schale ist blattvergoldet.“

Richard Bichlmaier (Bayern)

Den dritten Preis erhält Richard Bichlmaier für ein Lichtobjekt. Dieses Objekt erzeugt eine starke raumprägende Licht-Schatten-Wirkung, die im Kontext mit dem Objekt geradezu sakral anmutet. Technisch raffiniert ist ein inneres System, drehbar gelagert und so angeordnet, dass die aus den versetzten Quadraten der äußeren Schale entstehenden Leerräume geöffnet oder verschlossen werden können. Urteil der Jury:  Die Auseinandersetzung mit der Aufgabe, Licht differenziert und mit unterschiedlichen Stimmungen in den Raum zu geben, zeigt in diesem Objekt eine handwerkliche Lösung mit hoher Präzision und Liebe zum Detail.

 

Fachrichtung Konstruktionstechnik

Luis Behr (Bayern)

Luis Behr erhält den ersten Preis im Bereich Konstruktionstechnik für ein Lichtobjekt. Ein Stahlwürfel, interessant geteilt und öffenbar, beherbergt ein kostbares Inneres – das  Licht. Verstärkt durch die Vergoldung der Innenfläche, wird die Bedeutsamkeit und der Wert des Lichtes verstärkt und erhöht. Eine sehr pragmatische Lösung der Feststellung mittels eines Magneten erlaubt es, den als Deckel wirkenden Teil des Würfels in jedweder Stellung von „Zu“ bis „maximale Öffnung“ sicherzustellen. Hohe Gestaltungsqualität, konsequente Umsetzung sowie eine präzise Ausführung rechtfertigen laut Juryurteil diesen 1. Preis.

Zum Wettbewerb

Zum Bundeswettbewerb wurden 10 junge Metallgestalter zugelassen. Ihre Stücke werden in einem Katalog veröffentlicht. Ein Video mit Detailaufnahmen der Siegerstücke wird u.a. auf youtube und Instagram veröffentlicht.

Der Wettbewerb „Die Gute Form“ wird organisiert vom Zentralverband des deutschen Handwerks und umfasst alle Berufsbereiche der Produktion, also Steinmetze wie Tischler, Schmuckgestalter wie Metallgestalter etc. In „normalen Zeiten“ werden die Exponate auf der IHM in München ausgestellt. Ziel des Wettbewerbs ist die ästhetische Qualität von Produkten des Handwerks in der Ausbildung zu fördern und die schöpferische Fantasie sowie die Entwicklung zeitgerechter Produktlösungen mit traditionellen oder neuen Werkstoffen anzuregen. Unter anderem gilt es, die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Formgebung in der handwerklichen Ausbildung aufmerksam zu machen und für die Berufsbilder zu werben. Der Wettbewerb wird in vier Stufen, und zwar auf der Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene durchgeführt.