Datum: 07.12.2021

Digitale Fachkräftegewinnung im Handwerk

Unbesetzte Stellen sind eine aktuell zentrale Herausforderung für Handwerksbetriebe. Ursachen sind der Fachkräftemangel und der demografische Wandel. Ein weiterer Einflussfaktor kann darüber hinaus in einer unzureichenden Wirkungsweise der von Handwerksunternehmen verwendeten Medien zur Personalbeschaffung begründet sein.

Digitale Fachkräftegewinnung im Handwerk

Unser Kursangebot zum Thema auf der Metall-Akademie.

Die Studie des ifh „Digitale Fachkräftegewinnung im Handwerk durch Einsatz sozialer Medien“ beschreibt einen geeigneten Prozess, der es Handwerksunternehmen ermöglicht, ausreichend Bewerber zu generieren, um ihre offenen Stellen zu besetzen. Um einen geeigneten Prozess zu entwerfen, wurden leitfadengestützte Interviews mit drei Handwerksunternehmen geführt. Dabei zeigte sich:

  • Die betrachteten Handwerksbetriebe (8, 15 und 16 Mitarbeiter) generierten durch einen weitgehend analogen Werbeprozess zwischen 0 und 4 Bewerber bei Kosten von rd. 1.000 € bis 3.000 €. Die Besetzung neuer Stellen auf diesem Wege dauerte 6 bis 24 Monate.
  • Nach der Implementierung des neuen, digitalen Bewerberbeschaffungsprozesses wurden die Kosten auf rd. 285 € bis 500 € gesenkt. Bei den Betrieben konnten jeweils zwischen 9 und 34 Bewerber akquiriert werden. Die Bewerbungen führten bei den Handwerksbetrieben zu 2-3 Einstellungen bei einer Prozessdauer von 2 bis 4 Wochen.
  • Entlang der definierten Kenngrößen Bewerberzahl, Kosten und Dauer stellt sich bei den drei analysierten Handwerksbetrieben der digitale Bewerberbeschaffungsprozess gegenüber analogen Werbemaßnahmen als überlegen dar.

Es zeigt sich folglich, dass soziale Medien eine prozessverbessernde Alternative zu den herkömmlichen Medien der Bewerberbeschaffung darstellen können. Dabei ist der Erfolg der sozialen Medien als Bewerberbeschaffungsmaßnahme ein Ergebnis aus dem erfolgreichen Zusammenspiel der einzel-nen Faktoren der Prozessmodellierung, bei denen insbesondere die Stellenanzeige, das Zielgruppen-verständnis und die Kommunikation mittels Chatbot entscheidend sind.

Der Weg zu den Sozialen Medien führt über die eigene Webseite. Betriebe, die noch noch keinen ausgewiesenen Karrieerebereich auf ihrer Webseite haben, sollten diesen Mangel unbedingt beheben. Hierzu hat der Fachverband Metall NW einen Kurs aufgesetzt, der in wenigen Minuuten erläutert, wie ein Karrierebereich aufgebaut sein sollte.