Datum: 23.04.2021

Feinwerkmechanik sendet Alarmzeichen in den Bundestag

Die Situation in der Feinwerkmechanik ist schon seit längerer Zeit mit Sorge zu beobachten. Seit letztem Jahr kommen nun auch noch die negativen Konsequenzen der Corona-Pandemie hinzu.

Die Branche ist in der Krise.

Diese Erkenntnis ist mittlerweile auch im Deutschen Bundestag angekommen. Angeregt durch unsere Anfrage an alle nordrheinwestfälischen Bundestagsabgeordneten hat der FDP-Abgeordnete und Leiter der AG Mittelstand und Handwerk Manfred Todtenhausen Kontakt zum Fachverband Metall NW aufgenommen und zieht aus dem Gespräch ein ernüchterndes Fazit:

"Feinwerkmechanik und Metallhandwerk brauchen dringend Wachstumsimpulse - Steuerreformen und der Abbau von Bürokratie stehen an oberster Stelle für Entlastung"

Wie die Antwort auf eine kleine Anfrage des Bundestagsabgeordneten an die Bundesregierung zeigt, war die Entwicklung der Branche schon vor Beginn der Corona-Pandemie im März 2020 rückläufig.

Ein Minus 9,6 % für 2020 zeigt deutlich: Handelsrisiken und wegbrechende Auftragseingänge - hier vor allem bei Automobilzulieferern als den klassischen Industriekunden der Fachbetriebe aus dem Handwerk - bereiteten die größten Sorgen. Stichworte waren drohende Handelskriege, aber auch die Automobilkrise und damit der Strukturwandel im Allgemeinen sowie der Brexit im Besonderen.

Seit Beginn des Jahres 2020 schlägt hier nun zusätzlich die pandemische Lage durch: Während vor einem Jahr Lieferketten abrissen und notwendige Teile aus China nicht mehr bei den heimischen Mittelständlern der Feinwerkmechanik ankamen, konnten produzierte Teile wiederum nicht verschickt werden. Gleichzeitig wurden hierzulande Investitionen durch die allgemeine Verunsicherung verschoben und wichtige Leitmessen abgesagt, die für das Gewerbe existenziell wichtig sind, um Kontakte zu pflegen und zu knüpfen sowie Aufträge zu generieren.

Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverband Metall NW, schlägt Alarm:

„Es wird höchste Zeit, dass die Politik die Zeichen erkennt und ins Handeln kommt. Die feinwerkmechanischen Fachbetriebe sind mit ihrem Know how und ihrer Stellung in der Kooperation und Fertigungstiefe elementare Stützen unseres gesamten Wirtschaftsgefüges.“

Deshalb bestärkt Lohmann den Abgeordneten, auch in der Auffassung, dies seien Warnsignale, die zeigen, dass es grundlegende Reformen braucht, um eine mögliche Binnenrezession abzuwenden. Todtenhausen:

"Die investitionsintensiven Betriebe der Feinwerkmechanik stehen vor großen Herausforderungen. Die zuliefernden Betriebe nehmen in der deutschen Wirtschaft eine Schlüsselposition ein. Die hier produzierten Teile und Güter bilden oftmals die Grundlage für die weitere Verarbeitung in der Exportindustrie.“

Zudem führt Todtenhausen aus,

„Wir müssen unsere Volkswirtschaft endlich für den internationalen Wettbewerb fit machen. Dazu gehören die Reform der Unternehmenssteuern, die Senkung der Strom- und Energiekosten sowie die Begrenzung bei Abgaben und Bürokratie."

Zur Person Manfred Todtenhausen:

Seit 12. Dezember 2019 leitet der Abgeordnete und Berichterstatter für Handwerk, Einzelhandel, Vergaberecht und Bürokratieabbau im Wirtschaftsausschuss, Manfred Todtenhausen MdB, die gemeinsame AG Mittelstand und Handwerk der FDP-Bundestagsfraktion.

Der selbstständige Elektromeister mit eigenem Betrieb in seinem Wahlkreis in Wuppertal ist einer von acht Handwerksmeistern im Deutschen Bundestag. Manfred Todtenhausen war von 2012 bis 2013 erstmalig Mitglied im Deutschen Bundestag. In der 19. Wahlperiode ist er neben dem Wirtschaftsausschuss auch ordentliches Mitglied sowie Sprecher und Obmann der FDP-Fraktion im Petitionsausschuss.

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