Datum: 10.03.2022

Handlungsempfehlung zu Materialpreissteigerungen und gestörten Lieferketten

Angesichts der Entwicklungen in Russland und der Ukraine und dem erweiterten Embargo hat der BVM seine Handlungsempfehlungen zu Materialpreissteigerungen und gestörten Lieferketten überarbeitet. Wie ist mit Materialpreissteigerungen, Materialengpässen oder Abriss der Lieferketten umzugehen? Die vorliegende Handlungsempfehlung schafft Klarheit. 

Materialpreissteigerungen und gestörte Lieferketten

Das zu verarbeitende Material unterliegt gewissen Preissteigerungen. Halten diese sich im Rahmen der jährlichen Inflationsrate, ist der Umgang damit vergleichsweise unproblematisch. Schwierig sind ungewöhnlich hohe – zeitlich begrenzte - Preissteigerungen. Ein weiteres Problem können Lieferengpässe sein, gewisse Materialien sind nicht oder nur in geringer Menge lieferbar.

Der Grund für diese Steigerungen können neben Produktionsausfälle, Rohstoffverknappung auch politische Entscheidungen wie Embargos sein. 

Den Unternehmer treffen die Preisänderungen oder Abbrüche der Lieferketten überraschend. Schwierigkeiten bereiten die in den Angeboten kalkulierten „alten“ Preise, die nicht mehr zu den aktuellen Einkaufspreisen passen. Vielfach kann die Preissteigerung nicht weitergegeben werden.

Ein weiteres Problem ist der Umgang mit Lieferengpässen.

Der Krieg in der Ukraine und die damit in Zusammenhang stehenden Wirtschafts-sanktionen hat plötzlich zu einer veränderten Lage geführt. Händler konnten dies nicht vorhersehen und informieren erst jetzt über Lieferprobleme und Preissteigerungen. Ein erhöhter Einkaufspreis kann nicht ohne weiteres an den Kunden weiterberech-net werden. Grundsätzlich trifft den Unternehmer das Kalkulationsrisiko. Wenn be-stimmte Materialen nicht mehr zu beschaffen sind, kann ein Fall der sogenannten „Unmöglichkeit“ gem. § 275 BGB vorliegen.