Datum: 06.12.2021

Zeitwertermittlung von Maschinen

Die technische Beratungsstelle des Fachverbandes im Austausch mit Betriebsberatern aus ganz Deutschland. Der gemeinsamer Erfahrungsaustausch tagte in der Handwerkskammer Osnabrück-Emsland-Grafschaft Bentheim zum Thema "Ermittlung von Werten gebrauchter Maschinen und Anlagen".

Zeitwertermittlung von Maschinen

30 Betriebsberater aus ganz Deutschland tagten in der Handwerkskammer zum Thema „Bewertung von Maschinen und Anlagen von Handwerksbetrieben“. Bild: HWK/Lehr

Eine realistische Wertermittlung ist die Voraussetzung jeder Übergabe. Die Unternehmensbewertung speziell für Handwerksbetriebe ist ein zentraler Baustein der Betriebsberatung der Handwerkskammer. Die zwei wesentlichen Probleme dabei sind zum einen alleine das Finden eines geeigneten Nachfolgers und zum anderen die Ermittlung und Realisierung eines angemessenen Kaufpreises.

„Der Wert von inhabergeführten Unternehmen ist immer individuell zu ermitteln, das unterscheidet sie von Aktiengesellschaften“, erläutert Markus Marré, Betriebsberater beim Fachverband Metall NW. Auch die üblichen betriebswirtschaftlichen Bewertungsmethoden werden den oft auf den Inhaber zugeschnittenen Strukturen nicht gerecht. „Wenn falsche Marktvorstellungen beim Verkäufer bestehen, kann das zum Scheitern der gesamten Übergabe führen.“

Daher hat sich im Handwerk seit Jahren das sogenannte „AWH-Verfahren“ etabliert. Dieses wurde von der Arbeitsgemeinschaft der Wert ermittelnden Berater im Handwerk entwickelt. Dabei werden zusätzlich die besonderen Aspekte wie die starke Beeinflussung der Ertragslage durch die Inhaberpersönlichkeit, die finanziellen Gestaltungsoptionen durch Haftungsverflechtung von Privat- und Betriebsvermögen, mangelnde betriebswirtschaftliche Planungsmethoden sowie ein begrenztes Budget für den Bewertungsaufwand berücksichtigt. Neben der Übergabe gibt es noch zahlreiche weitere Bewertungsanlässe wie die Aufnahme neuer Gesellschafter oder auch die Verlängerung oder Neuaufnahme von Krediten, für die eine Unternehmensbewertung hilfreich sein kann. Markus Marré dazu: „Am Ende haben die Vertragspartner eine objektive Wertermittlung als neutrale Grundlage für die realistische Kaufpreisermittlung zur Verfügung.“