Datum: 08.09.2020

Zwei neue Förderprojekte

Das LAND NRW und der Bund haben gleich zwei neue Projekte zur Förderung und Integration digitaler Prozesse bei KMU ins Leben gerufen. Das Programm „Mittelstand Innovativ & Digital (MID)“ ist eine Weiterentwicklung von „Mittelstand.Innovativ!“ und kann seit Anfang Juli beantragt werden. Das zweite Projekt, „Digital jetzt –Investitionsförderung für KMU“, wird im September an den Start gehen. Wir haben für Sie alle wichtigen Infos zur Förderung und Antragsstellung zusammengefasst.

Mittelstand Innovativ & Digital - MID

Mittelstand Innovativ & Digital (MID) ist mit einem Volumen von 11,8 Millionen Euro Landesmittel gestartet. Die Fördersumme wurde auf bis zu 40.000 Euro bei einer Förderquote bis zu 80% erhöht.

Gerade in Zeiten der Krise zeigt sich, dass digital und innovativ aufgestellte Unternehmen flexibler handeln können. Das Land unterstützt deshalb Betriebe in der Umsetzung von Projekten, damit sie gestärkt aus der Krise hervorgehen können.

Wer und was wird gefördert?

Das Land unterstützt kleine und mittlere Unternehmen bei der Digitalisierung und Weiterentwicklung ihrer Produkte, Dienstleistungen und Fertigungsprozesse in Zukunftsfeldern. Dazu stehen drei Gutscheinmodelle und ein Assistent-Modul für kleine Unternehmen bis zu 50 MA bereit:

  • MID-Gutschein Analyse: externe, wissenschaftliche und technologische Beratung bei der Entwicklung eines Produktes, einer Dienstleistung oder eines Fertigungsverfahrens.
    Fördersumme max. 15.000 Euro.
  • MID-Gutschein Innovation: externe, umsetzungsorientierte Forschungs- und Entwicklungstätigkeiten
    Fördersumme: max. 40.000 Euro.
  • MID-Gutschein Digitalisierung: begleitende Beratung bei Zukunftsthemen der Digitalisierung, die nicht durch das Bundesprogramm go-digital abgedeckt sind.
    Fördersumme max. 15.000 Euro.

Die Gutscheinmodelle können von kleinen und mittleren Unternehmen in Anspruch genommen werden. Voraussetzung ist, dass die Mitarbeiterzahl unter 250 liegt und 50 Mio. € Jahresumsatz bzw. 43 Mio. € Jahresbilanzsumme nicht überschritten werden.

  • MID-Assistent: ermöglicht kleinen Unternehmen durch einen Zuschuss über zwei Jahre, einen Hochschulabsolventen/ eine Hochschulabsolventin zur Bearbeitung von Innovations- und Digitalisierungsvorhaben einzustellen. Ab sofort ist es möglich, die alle zwei Monate ausgezahlte Fördersumme vorab zu erhalten (vorher: rückwirkend).

Der MID Assistent setzt eine maximale Belegschaft von 50 Personen bei max. 10 Mio. € Jahresumsatz/Jahresbilanzsumme voraus.

Um Liquiditätsengpässe aufgrund von Corona abzufangen, ist die Förderquote für kleine Unternehmen auf 80 Prozent und für mittlere Unternehmen auf 60 Prozent angehoben worden. Dies gilt zunächst bis 31. Dezember 2020.

Nicht gefördert werden bestehende Geschäftsprozesse wie die Entwicklung einer Website oder eines Webshops.

Die Antragsformalitäten werden über das Förderportal des Forschungszentrum Jülich abgewickelt.

Für den Antrag benötigen Sie:

  • De-minimis-Erklärung
  • Kopie der Gewerbeanmeldung/des Handelsregisterauszuges
  • das Angebot der Hochschule/Forschungseinrichtung bzw. des Unternehmens
  • bei MID-Innovation: Ergebnisse der Vorstudie
  • abschließende Erklärung zur Antragstellung.

Die Dokumente werden als pdf-Dateien benötigt und müssen im Antragsmodul hochgeladen werden.
Links im Netz:

Informationsseite
https://www.mittelstand-innovativ-digital.nrw/

Projektträger
https://www.ptj.de/projektfoerderung/mittelstand-innovativ-digital

 

 

Digital jetzt –Investitionsförderung für KMU

Einzelunternehmen können bis zu 50.000 Euro Zuschuss für die Qualifizierung der Mitarbeitenden sowie für Hard- und Software beantragen. Insbesondere letzteres ist eine Besonderheit, denn Güter werden nur selten in dieser Form gefördert.

Zuschüsse werden im Rahmen zweier Module von bis zu 70 % gewährt: Ob nur eines oder beide Module in Anspruch genommen werden, steht im Ermessen des Handwerkers.

Modul 1: Die Investition in digitale Technologien, also die Anschaffung von neuer Hard- und Software. Diese Investitionen sollten die interne und externe Vernetzung Ihres Unternehmens fördern, bspw. datengetriebene Geschäftsmodelle, KI, Cloud-Anwendungen, Einsatz von Hardware sowie IT-Sicherheit und Datenschutz.

Modul 2: Qualifizierung der Mitarbeitenden, um das notwendige Know-how direkt in Ihrem Unternehmen aufzubauen. Das sind z. B. Weiterbildungsmaßnahmen zur Digitalen Transformation, im Bereich der Digitalen Strategie, in digitalen Technologien, in IT-Sicherheit und Datenschutz oder zu digitalen Basiskompetenzen.

Wer und was wird gefördert?

„Digital jetzt – Investitionsförderung für KMU“ bezuschusst KMU mit 3 – 499 Mitarbeitenden.
In seiner momentanen Ausrichtung konzentriert sich das Programm auf größere Förderprojekte mit einer Mindestfördersumme von 17.000 €. Diese hohe Einstiegshürde wird mit einer erheblichen Förderquote von bis zu 70% belohnt.

Weil jedes Unternehmen individuelle Digitalisierungsanforderungen hat, ist die Bandbreite an Fördermöglichkeiten groß. Hervorzuheben ist, dass Wertschöpfungsnetzwerke besonders gefördert werden. Ebenso werden Unternehmen besonders gefördert, wenn sie in einer strukturschwachen Region ansässig sind. Auch werden Themen aus dem Spektrum der IT-Sicherheit besonders gefördert. In Summe kann eine Förderquote von bis zu 70% erreicht werden.

Fördertabelle Basisföderung + Strukturbonus + IT-Sicherheitsbonus + Netzwerkbonus

Unternehmen

Basisförderung

Strukturschwache Region +10%

Investition in IT-Sicherheit +5%

Teil eines Netzwerks + 5%

< 50 MA

50%

60%

65%

70%

< 250 MA

45%

55%

60%

65%

< 499 MA

40%

50%

55%

60%

 

Beispiel 1: Metallbau-Unternehmen (kleines Unternehmen)

Ein kleiner Metallbauer-Betrieb aus Oberhausen will eine größere Kundenreichweite und effizientere Prozesse durch Einsatz von Digitaltechnik erreichen. Er plant die Anschaffung digitaler Aufmaßgeräte und die Modernisierung der Kalkulations- und Planungssoftware. Dieses Vorhaben formuliert er in einem Digitalisierungsplan aus.

Investitionsvolumen: ca. 60.000 €

Das Vorhaben wird mit einer Förderquote von zurzeit 50 % gefördert. Da der Standort strukturschwach ist, erhöht sich die Quote um 5 % somit ergibt sich eine Förderung von insgesamt 33.000 €.

Beispiel 2: Wertschöpfungsnetzwerk

Drei Unternehmen (Bauträger, Metallbauer und Zulieferer) unterschiedlicher Größe wollen die gemeinschaftlichen Prozesse in der Lieferkette digitalisieren und so die Effizienz erhöhen. Ziel ist es, eine unternehmensübergreifende IT-Software zu entwickeln, die die bestehende Lieferkette über automatisierte Bestellprozesse - vom Auftragseingang bis zur Lieferung an den Kunden – optimiert. Die neue unternehmensübergreifende Software-Anwendung führt auch zu Kosteneinsparungen.

Investitionsvolumen pro Betrieb: ca. 80.000 €

Als Wertschöpfungsnetzwerk werden die beteiligten größeren Unternehmen mit 50 % (jeweils 40.000 Euro) und kleine Unternehmen mit 55 % (44.000 Euro) für die geplante Investition gefördert. Die Förderquoten sind jeweils 5% höher als bei Einzelförderungen.

Der Digitalisierungsplan

Weil sich eine Vielzahl unterschiedlicher Förderungsszenarios ergibt, erwartet der Fördermittelgeber eine Vorhabensbeschreibung in Form eines Digitalisierungsplans.

Dieser enthält:

  • Art und Anzahl der Qualifizierungsmaßnahmen
  • Digitalisierungs-Status des Unternehmens
  • Angestrebte Ziele
    Wie kann die Organisation im Unternehmen effizienter gestaltet werden, neue Geschäftsfelder erschlossen oder Geschäftsmodell entwickelt werden.

Die Antragsformalitäten werden über das Förderportal des DLR abgewickelt. Allerdings war das Portal zum Redaktionsschluss noch nicht vollständig eingerichtet.

Weitere Infos zu den Voraussetzungen für eine Förderung finden Sie auf der Themenseite des BMWi.

Infobox:
Informationsseite BMWI
https://www.bmwi.de/Redaktion/DE/Dossier/digital-jetzt.html

Bundesanzeiger

https://www.bundesanzeiger.de/ebanzwww/wexsservlet?page.navid=to_bookmark_official&bookmark_id=rbyvIEYBw89MCDT9ELT