News-Artikel Ausgabe

Arbeitsschutz: Der Verband erweitert sein Angebot

Seit dem 12. Dezember 1973 verpflichtet das ASIG (Gesetz über Betriebsärzte, Sicherheitsingenieure und andere Fachkräfte für Arbeitssicherheit) die Unternehmen in § 5 zur Bestellung einer Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Art und Umfang der im § 6 erwähnten Aufgaben werden durch die jeweiligen Berufsgenossenschaften genauer erörtert und vervollständigt. Für die Metallberufe ist dies vorrangig die BGHM, die in ihrer Veröffentlichung der DGUV Vorschrift 2 (Betriebsärzte und Fachkräfte für Arbeitssicherheit) entsprechende Betreuungsaufwände festlegt.

Was bedeutet das?
Unternehmen unterliegen, je nach Mitarbeiterzahl, einer sicherheitstechnischen Betreuung. Da nicht jedes Unternehmen einen Sicherheitsingenieur einstellen kann, orientieren sich unterschiedliche Betreuungsmodelle an der Mitarbeiterzahl des Unternehmens. So ist für Unternehmen mit weniger oder gleich 10 Mitarbeitern nur eine Grundbetreuung notwendig, die spätestens nach drei Jahren wiederholt werden muss. Dabei wird durch eine entsprechende Sicherheitsfachkraft, die auch extern eingekauft werden kann, gemeinsam mit dem Unternehmer eine Gefährdungsbeurteilung des Betriebes erstellt. Eine Alternative dazu ermöglicht das „Alternative Betreuungsmodell“ der BGHM. Hier haben Unternehmer die Möglichkeit, die sicherheitstechnische Betreuung ihres Unternehmens selbst in die Hand zu nehmen. Voraussetzungen dazu sind die Teilnahme an einem vorhergehenden 3 Tageslehrgang bei der BGHM und das Verfassen einer entsprechenden Hausarbeit über ihr Unternehmen. Diese Betreuungsform ist allerdings nur für Betriebe bis zu 50 Mitarbeitern vorgesehen. Übersteigt die Mitarbeiterzahl 50 Personen, so muss auf eine interne oder externe Fachkraft für Arbeitssicherheit zurückgegriffen werden.

Mit welchem Aufwand muss ich rechnen?
Diese Frage lässt sich leider nicht pauschal beantworten. Arbeitsschutz ist ein kontinuierlicher Prozess und abhängig von den Gefahrenarten im Unternehmen. Ein neu eingerichtetes Büro ist sicherlich mit einem anderen Betreuungsaufwand verbunden als die Fertigung von Stahlkonstruktionen oder Sondermaschinen. Die BGHM gibt für den Betreuungsaufwand in Metallverarbeitenden Unternehmen einen Wert von 2,5 Stunden pro Mitarbeiter und Jahr an. Das würde für ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitern einen Betreuungsaufwand von 50 Stunden pro Jahr bedeuten. Umgesetzt durch den Unternehmer nach dem „Alternativen Betreuungsmodell“ oder durch eine bestellte Fachkraft für Arbeitssicherheit.

Wie hilft der Verband?
Arbeitsschutz ist ein grundlegendes Thema in der Berufswelt. Nicht nur für die Mitarbeiter, sondern auch für die Unternehmen. Denn nur gesunde Mitarbeiter können entsprechende Leistung erbringen. Was so abgedroschen klingt wird aber immer wichtiger, denn die Arbeitsumgebung ist ein entscheidender Faktor bei der Fachkräftebindung. Der Fachverband Metall NW hat dieses wichtige Thema angenommen und unterstützt seine Mitglieder durch einen Sicherheitsingenieur. Herr Dipl.-Ing. Lars Preißner, technischer Berater des Fachverbandes Metall NW, hat seine Ausbildung zur Fachkraft für Arbeitssicherheit erfolgreich abgeschlossen und steht nun den Betrieben bei Fragen zur Arbeitssicherheit zur Verfügung.

Welchen Nutzen habe ich?
Arbeitsschutz lässt sich nicht an Zahlen festmachen. Gerade wenn neue Arbeitsmittel, Arbeitsverfahren oder neue Arbeitsstoffe im Unternehmen verwendet werden, sind zusätzliche Maßnahmen zum Arbeitsschutz gesetzlich erforderlich. Beratungen zum Arbeitsschutz können Sie ab sofort im Rahmen Ihrer Innungsmitgliedschaft kostenlos in Anspruch nehmen und in Ihr Arbeitsschutzkonzept integrieren.

Kontakt:
Dipl.-Ing. Lars Peißner,
Telefon: 0201-89647-18
l.preissner(at)metallhandwerk-nrw.de