News-Artikel Ausgabe

Bauordnung des Landes Nordrhein-Westfahlen

Im Koalitionsvertrag der nordrhein-westfälischen Landesregierung für die 17. Legislaturperiode wurde eine Vereinfachung der Bauordnung NRW festgehalten.

Dabei wurde vereinbart, die Landesbauordnung stärker der Musterbauordnung anzugleichen, um insbesondere Handwerkern, Architekten und Ingenieuren, die auch in anderen Bundesländern tätig sind, die Arbeit zu erleichtern. Dies hat hauptsächlich Auswirkungen auf Brandwände und Umwehrungen.

§ 30 Brandwände
Im § 30 Absatz 10 greifen Erleichterungen für Vorbauten, da hinsichtlich des Begriffs auf das Abstandsflächenrecht hingewiesen wird.


Bei Balkone, Terrassenüberdachungen und Altane gelten Abstände von mindestens 1,0 Meter zu Nachbargebäuden. Im § 6 Abstandsflächen wurde für diese Baugruppen folgendes festgelegt:

 

Bei der Bemessung der Abstandsflächen bleiben außer Betracht

  1. vor die Außenwand vortretende Bauteile wie Gesimse und Dachüberstände,
  2. Vorbauten, wenn sie
    a) insgesamt nicht mehr als ein Drittel der Breite der jeweiligen Außenwand in Anspruch nehmen,
    b) nicht mehr als 1,50 m vor diese Außenwand vortreten und
    c) mindestens 2 m von der gegenüberliegenden Nachbargrenze entfernt bleiben, sowie
  3. bei Gebäuden an der Grundstücksgrenze die Seitenwände von Vorbauten und Dachaufbauten, auch wenn sie nicht an der Grundstücksgrenze errichtet werden.


§ 38 Umwehrungen
Die neue Landesbauordnung behandelt im § 38 die Geländerhöhen / Absturzhöhen allgemein als Umwehrungen. Die wichtigste Aussage ist: alles bleibt wie früher. Ab einer Absturzhöhe von 1m bis 12m ist die Umwehrung auf eine Höhe über alles von 0,9m herzustellen. Ab einer Höhe von 12m ist die Umwehrung mit einer Höhe von 1,1m einzuhalten.

Die korrekte Messung der Geländerhöhe ist im Abschnitt 4.14 beschrieben. Das Lotrechte Maß von Stufenvorderkante (Fertighöhe der Stufe) bis Oberkante Handlauf ergibt die Umwehrungshöhe. Bei Podesten ab Oberkante Podestfläche bis Oberkante Handlauf.

Weiterhin wird oftmals der Untergurt als sogenannte „Aufstiegshilfe“ missverstanden. Diese Besonderheit tritt nur dann auf, wenn das Geländer mitlaufende bzw. horizontale Streben aufweist. Bei der Anordnung des Untergurtes ist je nach Befestigung des Geländers darauf zu achten, dass die seitlichen Begrenzungsmaße und die Höhe von Podestoberkante bzw. Stufe eingehalten werden. Das definiert die DIN 18065 in den Abschnitten 6.8.4 und 6.8.5 mit dazu gehörigen Bildern klar.

Dabei tritt der Leitereffekt auf. DIN 18065 legt in Abschnitt 6.8.3 und dem Bild A.11 die Konstruktion fest, wenn mit der Anwesenheit von unbeaufsichtigten Kindern zu rechnen ist. Zum einen kann der Leitereffekt unterbunden werden, indem der Handlauf um mindestens 15 cm nach innen versetzt wird, oder mittels einer „Scheibe“ (geschlossenen Fläche), die bis zu einer Höhe von 70cm angebracht wird. Diese Maßnahmen erschweren das Klettern und Sie handeln regelkonform. Optisch ansprechender ist eine senkrechte Anordnung Stäbe oder eine flächige Füllung zwischen Ober- und Untergurt. Weitere Hilfen finden Sie im Fachregelwerk des Metallhandwerkes und in der Geländer-Richtlinie des Bundesverbandes Metall.