News-Artikel Ausgabe

Deutschlands beste Metallgestalter ausgezeichnet

Am 10.03.2018 wurden auf der IHM (Internationale Handwerksmesse) in München die Bundessieger des Wettbewerbs „Die Gute Form – Gestaltung im Metallhandwerk 2018“ ausgezeichnet. Gesamtsieger wurde Serdar Edem (Ausbildungsbetrieb Weber Metallgestaltung Aachen, NRW),

Serdar Edem (Ausbildungsbetrieb Weber Metallgestaltung Aachen) Foto: Eva Jünger

der 2. Platz ging an Alexander Mayer (Ausbildungsbetrieb Roßwag Pfinztal-Kleinsteinbach, Baden-Württemberg) und den 3. Preis erhielt Jakob Sander (Ausbildungsbetrieb Kunstschmiede Andreas Hafen Meckenbeuren, Baden-Württemberg).

Die drei Sieger erhalten u.a. ein Weiterbildungsstipendium des Bundesministeriums für Bildung und Forschung im Wert von 7.200 Euro über einen Zeitraum von 3 Jahren. Ihre Exponate werden in einem Katalog präsentiert und zudem zusammen mit den Exponaten aller Teilnehmer über den gesamten Messezeitraum vom 7.-13.03.2018 auf dem Messestand des Metallhandwerks in Halle B1.121 ausgestellt. Michael Stratmann und Clemens Mühlenhoff, beide Bundesfachgruppenleiter der Metallgestaltung im BVM, freuen sich über die zunehmend erkennbare Tendenz, dass junge Menschen Neues ausprobieren und sich der Aufgabe stellen, Individuelles in besonderer Weise zu gestalten. „Wir sehen hier Stücke in einer Qualität, die noch vor 15 Jahren Meisterschülern vorbehalten waren“, so Stratmann.

Die Preisträger und ihre Werkstücke

Platz 1:  Serdar Edem setzte sich mit seinem Mobile durch. Das Thema Mobile ist – klassisch geschmiedet – auf eine einfache und deshalb umso mehr bestechende Art und Weise umgesetzt. Das Mobile besteht aus fünf Elementen. Das untere trägt alle weiteren und ist statisch auf einer dem Ganzen gemäßen Sockelplatte befestigt. Das zweite Element ist bemerkenswert. Es kann frei drehen und übernimmt mittels einer Doppelspitze die Vermittlerfunktion zwischen dem Grundelement und den drei oberen Stücken. Wie in einer Familie beziehen sich die Einzelelemente in der formal wie technisch gelungenen Ausprägung spannungsreich aufeinander.

Platz 2: Für seinen Stehtisch erhielt Alexander Mayer den 2. Platz. Zehn Ringe bzw. Ringteile, die aus 20 mm starken Blechteilen geformt sind, ergeben übereinander geschichtet eine konische Säule, in der auf dem untersten und obersten Ring eine Glasplatte liegt. Es ist mehr ein Objekt als ein Funktionsteil. Die Konsequenz, das Weglassen alles nicht Nötigen prägen das Stück ebenso eindeutig, wie eindrucksvoll.

Platz 3: Jakob Sander belegte mit seiner Tischleuchte den 3. Platz. Die Tischleuchte ist in sich konsequent gestaltet, mit pfiffiger Mechanik versehen und materialgerecht ausgeformt. Die Leuchte wirkt von innen nach außen und ist auch so konzipiert. Das Leuchtmittel als Zentrum spiegelt sich in der äußeren Form wieder. Der Verstellmechanismus ist einfach zu bedienen und zeigt sich durch geschmiedete Einkerbungen angenehm haptisch. Das Licht wird durch den warmen Leuchtton, welcher auf den geschmiedeten Stahl scheint, stimmungsvoll inszeniert.

Sonderpreis: Außerhalb des Wettbewerbes erhielt Ronja Wetzels (Ausbildungsbetrieb Schmiedewerk Andreas Güldenberg Würselen, NRW)  eine Belobigung. Die freie bewegliche Plastik „Wal“ ist das Ergebnis einer Auseinandersetzung mit dem Thema Mobile. In überzeugender Art und Weise ist die Gesamtform, die Verbindungen der Einzelteile, die technischen Details und die Präsentation zusammengeführt. Die Stimmigkeit aller Aspekte macht dieses Stück zu einem „High-Light“, weil die „Mentalität“ des Vorbildes „Wal“ in der reduzierten Form und der sanften Bewegung sehr gut gespiegelt ist.

Zum Wettbewerb:

Seit 10 Jahren wird auf der IHM der Wettbewerb „Die Gute Form - Gestaltung im Metallhandwerk präsentiert. Dieser Wettbewerb – organisiert vom Zentralverband des deutschen Handwerks – umfasst alle Berufsbereiche der Produktion, also Steinmetzte wie Tischler, Schmuckgestalter wie Metallgestalter etc. Ziel des Wettbewerbs ist die ästhetische Qualität von Produkten des Handwerks in der Ausbildung zu fördern und die schöpferische Fantasie sowie die Entwicklung zeitgerechter Produktlösungen mit traditionellen oder neuen Werkstoffen anzuregen.  Unter anderem gilt es, die Öffentlichkeit auf die Bedeutung der Formgebung in der handwerklichen Ausbildung aufmerksam zu machen und für die Berufsbilder zu werben. Der Wettbewerb wird in vier Stufen, und zwar auf der Innungs-, Kammer-, Landes- und Bundesebene durchgeführt.