News-Artikel Ausgabe

Die ZINQManufaktur®

- Partner des Metallhandwerks -
Volker Hastler ist seit mehr als 25 Jahren für die auf das Feuerverzinken spezialisierte Unternehmensgruppe ZINQ Voigt & Schweitzer tätig. Im Mai 2013 wurde er zum Leiter der ZINQManufaktur® berufen und zeichnet damit speziell für das metallverarbeitende Handwerk verantwortlich. Doch was leistet die ZINQManufaktur® eigentlich für die Kunden aus dem metallverarbeitenden Bereich und was tun, wenn es zu Fehlstellen bei der Oberflächenveredlung kommt? Das und mehr erläutert Volker Hastler in einem Interview.

Metall aktuell: Herr Hastler, in Ihrem letzten Fachbeitrag in Ausgabe 5 der Metall aktuell von November 2018 weisen Sie darauf hin, dass u. a. durch eine frühzeitige Abstimmung zwischen Metallbauunternehmen und Feuerverzinkerei die Produktivität bei der Feuerverzinkung maßgeblich erhöht werden kann. Kann der Metallbauer also schon im Vorfeld bei der ZINQManufaktur® anrufen und darf dann auf Lösungen hoffen?

Hastler: Ja, denn das verstehen wir unter einer wirklichen Partnerschaft: persönlich oder telefonisch in den Dialog gehen, frühzeitig Verständnis füreinander entwickeln und gemeinsam Lösungen erarbeiten. Die ZINQManufaktur® darf als „Rundum-Sorglos-Paket“ in Sachen Schutz und Design auf Stahl verstanden werden. Und für ganz wichtig erachte ich es auch, dass wir schon bei unseren Auszubildenden in Sachen gegenseitiges Verständnis ansetzen. Deshalb bietet die ZINQManufaktur® allen Azubis des Metallhandwerks einen Blick über den Tellerrand – entweder mittels Kurzzeitpraktikum oder einem Azubitausch. Aber natürlich setzen wir auch auf den Austausch mit Innungen, Landes- und Fachverbänden Metall sowie dem Bundesverband und bieten darüber hinaus Hausmessen, Seminare, Branchen-, After-Work-Treffen oder ZINQManufaktur® Tage an, um konstruktiv in den Dialog zu gehen.

Metall aktuell: Was tun, wenn nun doch ein Bauteil zu Ihnen kommt, dass nicht feuerverzinkungsgerecht konstruiert wurde, wenn beispielsweise Ablauföffnungen oder Aufhängemöglichkeiten für den Verzinkungsprozeß fehlen?

Hastler: Bereits bei Wareneingang gibt es eine umfassende Prüfung und auch unsere Mitarbeiter bei depotmobil, die die Bauteile bei den Kunden abholen, weisen direkt auf fehlende oder falsch angebrachte Öffnungen hin. Wenn der Kunde es wünscht, dann können wir ihn, nach Rücksprache, gern unterstützen und beispielsweise noch fehlende Bohrungen im Werk anbringen. Sofern die angelieferten Bauteile gemäß der DIN EN ISO 14713 Teil 2 gefertigt wurden, wird das Verzinkungsergebnis optimal ausfallen.

Metall aktuell: Warum sind richtig dimensionierte Öffnungen an den richtigen Stellen so wichtig?

Hastler: Diese Öffnungen können tatsächlich für die Mitarbeiter am Zinkkessel lebenswichtig sein: Falsch angebrachte oder zu kleine Zu- und Ablauföffnungen können der Grund sein, dass das Bauteil nicht in die Zinkschmelze eintauchen kann. Das spezifische Gewicht von Eisen und Zink ist fast identisch. Somit reicht ein kleiner Lufteinschluss im Material, dass das Bauteil auf der Zinkschmelze schwimmt. Sollte es jedoch eintauchen, kann es nicht nur zur Zerstörung des Bauteils führen, sondern ebenfalls zu einer lebensgefährlichen Zinkbadexplosion kommen. 

Metall akutell: Warum sollten Spalte und Überlappungsflächen bei Konstruktionen, die feuerverzinkt werden vermieden werden?

Hastler: Es besteht die Gefahr, dass in die Zwischenräume dünnflüssige Vorbehandlungsmedien eindringen, die beim Eintauchen in die 450 °C heiße Zinkschmelze dann explosionsartig verdampfen. Sind Spalte und Überlappungsflächen konstruktionsbedingt unumgänglich, so sind vor dem Verzinken konstruktive Maßnahmen erforderlich. Die empfohlenen Methoden nach DASt-Richtlinie 022 Tabelle 7 sind dann von der Größe der Überlappungsfläche abhängig.

Metall aktuell: Gibt es überhaupt Möglichkeiten, Stellen ohne Zinküberzug zu reparieren?

Hastler: Wenn es Fehlstellen gibt, dann regelt die Norm DIN EN ISO 1461 (Teil 6.3 Ausbesserung) die Details. Danach ist auch zu beurteilen, ob eine normgerechte Ausbesserung überhaupt möglich ist. Wenn das der Fall ist, dann verweise ich gern auf unsere ZINQ-Add-on-Produkte. Das Zinkschicht-Ausbesserungssystem ZINQ® Fix beispielsweise ist eine echte Alternative zu Zinkstaubfarbe: Mit einem Mal Aufkleben lassen sich die erforderlichen 100 µm Schichtdicke erreichen. ZINQ® Fix hat übrigens die allgemeine bauaufsichtliche Zulassung und wurde auf Umgebungen bis zur Korrosivitätskategorie C3 nach DIN EN ISO 92247 Tabelle C1 festgelegt. Auch beim Thema Nachbearbeiten helfen unsere ZINQ-Experten gern dabei, die sinnvollste Option für den konkreten Fall zu finden.

Metall aktuell: Anfang 2019 haben Sie zusätzlich die DIN-Prüfung zum Beschichtungsinspektor Stufe „C“ abgelegt. Wie kommt das Ihren Kunden zugute?

Hastler: Korrosion wird von vielen komplexen Faktoren beeinflusst. Schäden durch Korrosion verursachen volkswirtschaftlich gesehen immer noch große Verluste, denken wir beispielsweise an verrostete Zaunanlagen oder im Großen an den Brückeneinsturz in Genua. Es gilt also, Korrosionsschutzmaßnahmen anzuwenden, die helfen, diese Verluste möglichst zu vermeiden – meistens sprechen wir in diesem Zusammenhang von Beschichtungssystemen und Überzügen. Vertiefte Fachkenntnisse über Korrosionsarten und den damit einhergehenden Erscheinungen sowie anzuwendenden Schutzmaßnahmen bieten da ganz sicher einen Mehrwert für alle ZINQ Manufaktur® Kunden – insbesondere, wenn es darum geht, gemeinsam Lösungen zu entwickeln. 

Herr Hastler, vielen Dank für das Gespräch.