News-Artikel Ausgabe

Kreativität statt Kohle

Es ist seit Jahren eine der zentralen Herausforderungen in den quartalsweise erhobenen Konjunkturblitzlichtern des Fachverbandes Metall NW: Der Mangel an qualifizierten Nachwuchs und Fachkräften.

Das ist jedoch kein metallhandwerksspezifisches Phänomen, was sich nicht zuletzt an der Vielzahl der Angebote und Nachrichten manifestiert.

Das KOFA – das ist die Abkürzung für „Kompetenzzentrum Fachkräftesicherung“ ist ein gefördertes Institut mit dem Ziel, kleine und mittlere Unternehmen (KMU) bei der Fachkräftesicherung und der Gestaltung ihrer Personalarbeit zu unterstützen. Mit der neuen Studie „Wie Unternehmen trotz Fachkräftemangel Mitarbeiter finden“ untersucht das KOFA welche Rekrutierungswege aktuell erfolgreich sind. Besonders vielversprechend ist eine zielgruppengenaue und persönliche Ansprache.

Die Studie zeigt, dass die befragten Unternehmen relativ viele unterschiedliche Recruiting-Strategien, -Methoden und -Kanäle nutzen. Kostenpflichtige Online-Stellenanzeigen sind dabei der meistgenutzte Kanal. Fast acht von zehn Unternehmen (79 Prozent) setzen auf diese Strategie. Eine Betrachtung nach Unternehmensgröße zeigt, dass noch 29 Prozent der befragten kleinen und mittleren Unternehmen (KMU) und 11 Prozent der befragten Großunternehmen keine kostenpflichtigen Online-Stellenanzeigen nutzen. Dabei ist die Sichtbarkeit offener Stellen im Internet für viele potenzielle Bewerber eine Grundvoraussetzung für eine Bewerbung. Vor allem kleine Unternehmen und solche auf dem Land sollten dies stärker berücksichtigen.

Individuell auf Unternehmen und Bewerber zugeschnittene Maßnahmen, wie zielgruppengenaues „Employer Branding“, wird von den Befragten als besonders erfolgreicher Rekrutierungsweg bewertet. „Employer Branding wirkt sich positiv auf die Mitarbeiterbindung aus“, erläutert Sibylle Stippler, Expertin für Fachkräftesicherung beim KOFA.

Wir als Fachverband Metall NW unterstützen unsere Mitglieder bereits jetzt vielfältig. Zu den Themen „Employer Branding“, „Recruiting“ und nicht zuletzt „Onbording“ haben wir in den vergangenen Monaten branchenorientierte Webinare angeboten, deren Aufzeichnungen auf unseren Youtube-Chanel jeder Zeit abrufbar sind. Insbesondere bei der Akquisition von neuen Auszubildenden haben die metallhandwerklichen Unternehmen drei zentrale Probleme zu lösen.

Erstens: Sie müssen potentielle Bewerber über das Metallhandwerk informieren und bestenfalls begeistern. Hier leisten Innung und Verband durch ihre Öffentlichkeitsarbeit und dem Engagement auf den unterschiedlichen Ausbildungsmessen einen hohen Beitrag. Es sind aber auch die Unternehmen gefragt, die mit wenig Aufwand Ihr und damit das Image des Metallhandwerks als Arbeitgeber positiv beeinflussen können. Ergänzen Sie Ihre Website durch einen Karrierebereich, indem auch Ihre Mitarbeiter – bestenfalls per Video – sich positiv zu Ihrem Unternehmen als Arbeitgeber äußern. Sich als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren ist dabei nicht nur für die Branche sinnvoll, sondern auch im Rahmen der zweiten Aufgabe – potenzielle Bewerber für das eigene Unternehmen zu gewinnen – entscheidend. Das Smartphone ist das am weitesten verbreiteten Kommunikationsmittel und erst recht in der Generation Z – also bei denjenigen, die nach 1995 geboren wurden. Also müssen die Informationen nicht nur digital im Web vorliegen, sie müssen auch auf dem Smartphone komfortabel konsumierbar sein. Und wenn sich dann jemand für Ihr Unternehmen entschieden hat, dann beginnt das sogenannte Onboarding. Egal wie Sie es nennen – eins ist immer wieder zu beobachten – nämlich, dass nach einer getroffenen Entscheidung sich schnell die Frage nach deren Richtigkeit stellt. Damit beginnt das Onboarding nicht erst, wenn der neue Mitarbeiter/die neue Mitarbeiterin bei Ihnen im Unternehmen ist, sondern bereits ab dem Zeitpunkt wo er/sie sich dazu entschieden hat. Präzisere Erläuterungen und zahlreiche Umsetzungstipps bietet unser Youtube-Video zu diesem Thema.

Ich wünsche Ihnen Erfolg bei Ihrer Personalarbeit und natürlich gute Geschäfte und frohes Schaffen!

Stephan Lohmann