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Minijobs im gewerblichen Bereich

Nach wie vor beliebt sind die sogenannten „Minijobs“. Dabei darf das regelmäßige Arbeitsentgelt die Grenze von monatlich 450 € nicht überschreiten.

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Kurzfristige Minijobs können auch weiterhin an 70 Tagen im Jahr ausgeübt werden. Es gilt die monatliche Einkommensgrenze von 450 €, auch wenn nicht während des gesamten Monats gearbeitet wird. Ein kurzfristiger Minijob darf nicht berufsmäßig ausgeübt werden. Die Berufsmäßigkeit muss nur dann geprüft werden, wenn der zu erwartende Gesamtverdienst im Kalendermonatsdurchschnitt mehr als 450 Euro beträgt.
Grundsätzlich gibt es keine Höchststundenzahl für Minijobber. Zu beachten ist aber die maximale Arbeitszeit, die sich aus dem gesetzlichen Mindestlohn von 9,19 € / Stunde (oder dem tariflichen Lohn) ergibt.

Beachten Sie auch, dass nach § 12 Abs. 2 TzBfG eine Arbeitszeit von 20 Stunden als vereinbart gilt, wenn Sie nichts vereinbart haben. Bislang galt hier eine Stundenzahl von 10 Stunden pro Woche. Treffen Sie also unbedingt eine schrifliche Vereinbarung zu den Wochenarbeitsstunden, sonst droht aus dem Minijob ein sozialversicherungspflichtiges Arbeitsverhältnis.

Die Sozialversicherungsabgaben und auch die Lohnsteuer werden pauschal erhoben. Der Arbeitgeber trägt die Pauschalabgaben:

  • Krankenversicherung: 13 %.
    Der Beitrag entfällt bei Privatversicherung des Minijobbers.
  • Rentenversicherung: 15 %.
    Es besteht grunds. Rentenversicherungspflicht, der Arbeitnehmeranteil von 3,6% wird zusätzlich vom Arbeitgeber abgeführt. Für Altfälle vor 2013 gelten Sonderregelungen. Der Mindestbeitrag des Arbeitnehmers beträgt 6,30 €. Es besteht die Möglichkeiter der Befreiung von der Versicherungspflicht, ein schriftlicher Antrag ist erforderlich.
  • Pauschalsteuer: 2%
    Hier kann vereinbart werden, dass die Pauschalsteuer vom Beschäftigten zu tragen ist oder die Besteuerung nach den Lohnsteuermerkmalen erfolgt, die dem zuständigen Finanzamt vorliegen. Einzugs- und Meldestelle ist die Minijob-Zentrale.
  • Umlage U2: 0,19%
  • Insolvenzumlage: 0,06%
  • Umlage U1: 0,5 % (bei Betrieben bis zu 30 Mitarbeitern)
  • Beitrag zur Berufsgenossenschaft

 

Aufzeichnungspflichten
Arbeitgeber verpflichtet, Beginn, Ende und Dauer der täglichen Arbeitszeit der Minijobber aufzuzeichnen, es sei denn es handelt sich um „familienhafte Mitarbeit“. Mini- und Midijobber haben genauso wie andere Beschäftigte Anspruch auf bezahlten Urlaub, Lohnfortzahlung bei Krankheit, Schwangerschaft und Mutterschutz und an Feiertagen. Und natürlich genießen sie auch Kündigungsschutz.

Weitere Infos unter: www.minijob-zentrale.de
E-Mail: minijob@minijob-zentrale.de  
Tel.: 0355  2902 - 70799