News-Artikel Ausgabe

Tachographenpflicht und ihre Ausnahmen

Die Bestimmungen zur Tachographenpflicht können auch Unternehmen des Handwerks betreffen. Bei Fahrzeugen mit mehr als 3,5 Tonnen zulässiger Gesamtmasse muss seit 2006 grundsätzlich ein digitaler Tachograph eingebaut und genutzt werden. Für viele Handwerkstransporte greifen jedoch Ausnahmeregelungen.

Logo Recht

Logo Recht

Die Einhaltung der konkreten Stundenvorgaben für Lenk- und Ruhezeiten ist im Handwerk in aller Regel kein Problem, da Fahrten z.B. zur Baustelle oder zum Kunden nur einen relativ kleinen Teil der Arbeitszeit ausmachen. Dennoch müssen zahlreiche Handwerker die Dauer der Fahrten und Ruhephasen aufzeichnen.

Für Handwerker mit Fahrzeugen, die “zur Beförderung von Material, Ausrüstungen oder Maschinen, die der Fahrer zur Ausübung seines Berufes benötigt, verwendet werden, soweit das Lenken des Fahrzeugs nicht die Haupttätigkeit des Fahrers darstellt;” gelten je nach Gewichtsklasse unterschiedliche Ausnahmen:

  • Fahrzeuge von 2,8 bis 3,5 Tonnen zGM (nationaler Regelungsbereich):
    Die Beförderung von Material, Ausrüstung und Maschinen zur Baustelle und die Auslieferung von im Handwerksbetrieb hergestellten Gütern sind von der Aufzeichnungspflicht ausgenommen.
  • Fahrzeug über 3,5 bis 7,5 Tonnen zGM (EU-Recht):
    Neben dem Transport von Materialien zur eigenen Verwendung sind auch Auslieferungsfahrten des Handwerks im Umkreis von 100 km ausgenommen von der Aufzeichnungspflicht.


Neuerdings wird der Radius vom Betriebssitz ausgehend gemessen, nicht mehr von der Gemeindegrenze aus! Dies hat bei großflächigen Gemeinden Auswirkungen, die Sie bedenken sollten.

Eine übersichtliche Darstellung der Ausnahmen für Handwerker finden Sie hier.

Die aktualisierten “Hinweise zu den Sozialvorschriften im Straßenverkehr” finden Sie hier (Stand 20. Februar 2019).