News-Artikel Ausgabe

Trotz alledem!

Die aktuelle wirtschaftliche Lage im Metallhandwerk ist nach wie vor gut. In der Umfrage zum Ende des ersten Quartals 2018 geben zwei von drei Betrieben des Metallhandwerks an, dass ihre persönlich wirtschaftliche Lage gut oder besser sei.

Annähernd 12 Wochen Auftragsvorlauf und die feste Überzeugung, dass die eigene Situation sich in absehbarer Zeit nicht verschlechtern wird – 92,85 % sind dieser Meinung – lassen optimistisch in die Zukunft schauen.


Vielstimmig ist das Loblied auf die wirtschaftliche Situation in unserem Lande. Da fällt der häufig einzige Wehrmutstropfen – der Fachkräftemangel – eher weniger ins Gewicht. Doch so einfach ist die reale Situation nicht!

 

Fachkräftemangel

Der Fachkräftemangel ist kein Wehrmutstropfen, sondern ein ausgewachsenes und vielschichtiges Problem. Auf der einen Seite fehlt es an qualifiziertem Nachwuchs. Der ungebrochene Trend hin zu höheren Schulabschlüssen gepaart mit dem sicherlich nicht richtigen Image der beruflichen Ausbildung als „second-best Lösung“ machen es den Metallern zunehmend schwer, ausreichend qualifizierten Nachwuchs zu gewinnen. Da hilft auch die Statistik wenig, die einen leichten Zuwachs an betrieblichen Ausbildungsverhältnissen konstatiert. Jetzt wird es darum gehen das Image der betrieblichen Ausbildung im Metallhandwerk weiter zu stärken. Die Chancen sind riesengroß: Eine Ausbildungsmesse jagt die nächste. Diese kompetent zu besetzen, das eigene Handwerk positiv und zukunftsfähig darzustellen – das ist jetzt die Aufgabe der metallhandwerklichen Organisationen (Innungen und Verbände) aber auch jedes einzelnen Unternehmens. Keiner kann beklagen, dass er keine Azubis findet, der sich nicht auch und gerade auf diesen Messen engagiert. Dabei soll es natürlich das Ziel der Messe sein, konkreten Nachwuchs zu gewinnen, es geht aber auch um das Image unseres Handwerks. Professionelle Präsentationen in der Öffentlichkeit gehören ebenso dazu, wie das Angebot von ausreichenden Praktikums- und Ausbildungsplätzen. Die Verbände des Metallhandwerks bieten hier den Innungen reichlich Unterstützung an: Angefangen vom Informationsmaterial über einen Messestand bis hin zum virtuellen Schweißtrainer inklusive Personalbereitstellung reicht hier das Angebot. Ausbildungs- und Praktikumsplätze, Informationen zu den lokalen Unternehmen und zur konkreten Ausbildung – das ist die Aufgabe der Mitglieder vor Ort.

 

Fachkräftemangel hat aber auch weitere Facetten, die zunehmend für Herausforderungen in den Unternehmen sorgen. Die Welt um uns herum ändert sich in einem zunehmenden, atemberaubenden Tempo. Neue Normen und Vorschriften werden in immer kürzeren Zeiträumen verabschiedet und müssen von den Beteiligten am Wirtschaftsleben beachtet werden. Man hat das Gefühl, das „jeden Tag eine neue Sau durchs Dorf getrieben wird“. Und die Mitarbeiter: Sie müssen durch ständige Information und Weiterbildung sich dieser Herausforderung stellen. Hinzu kommen die technischen Herausforderungen. Die Welt verändert sich, das Stichwort der Digitalisierung ist auch so eine „Sau“ die durch Dorf getrieben wird – aber eine sehr reale. Die Mitglieder der metallhandwerklichen Organisationen profitieren von einem zielgruppenspezifischen Informations- und Weiterbildungsangebot. Damit sind nicht nur die Inhalte gemeint, sondern auch die Art und Weise der Präsentation. Webinare sparen Zeit und Geld. In unserem aktuellen „Wissen à la Carte“ haben wir hierauf unseren Schwerpunkt gesetzt.


„Fachkräftemangel“ gibt es aber auch bei den Unternehmern. Wir brauchen mehr Unternehmer. Dabei ist ein positives Unternehmerimage ebenso notwendig, wie die Unterstützung junger Meister bei der Betriebsübernahme. An beidem müssen wir zukünftig verstärkt arbeiten.