News-Artikel Ausgabe

Zunehmend schwierige Lage im Metallhandwerk

Die wirtschaftliche Lage im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk hat sich im zweiten Quartal dieses Jahres nach einem schon schwachen ersten Quartal weiter eingetrübt. Nicht einmal jedes zweite metallhandwerkliche Unternehmen bezeichnet seine aktuelle wirtschaftliche Situation als gut oder besser, jedes fünfte Unternehmen ist eher unzufrieden.

Dabei besteht ein deutlicher Unterschied zwischen dem baunahen Metallbau und dem Bereich der zulieferorientierten Feinwerker, bei dem jedes dritte Unternehmen keine befriedigende Geschäftslage feststellt.  Allerdings hat sich der Auftragsbestand bei durchschnittlichen 12 Wochen stabilisiert.

Für die nächsten sechs Monate rechnen knapp 58 % der Metaller mit einer weiterhin stabilen Entwicklung ihrer Unternehmen. Aber: Jeder vierte Metallbauer und über 30 % der feinwerkmechanischen Unternehmen sind von einer Verschlechterung der eigenen wirtschaftlichen Lage in diesem Jahr überzeugt. 

Bei der Frage nach den zentralen Herausforderungen der nächsten Monate ist das alles überragende Thema des Fachkräftemangels (71,43%) weiter von hoher Relevanz. Drei von vier Metallbauern und nur noch jeder zweite Maschinenbauer melden einen Fachkräftemangel. Trotzdem die Kreditvergabe nach wie vor keine Hürde darstellt – lediglich knapp 4 % sehen hier ein Problem – ist die Investitionsneigung der Unternehmen auf unter 50 % gesunken. Bei den Investitionen dominieren die Digitalisierung mit neuen Maschinen und ein weiterer Ausbau der EDV; auch Fahrzeuge stehen in den betrieblichen Investitionsplänen. Dazu passend: Fast jeder zweite feinwerkmechanische Betrieb und jeder siebte Metallbauer befürchten für das zweite Halbjahr 2019 einen zunehmenden Auftragsmangel mit sich weiter verschärfendem Preiswettbewerb. Jeder dritte Metaller sieht seine Erträge zudem durch steigende Lieferantenpreise gefährdet.

„Bereits zum Ende des ersten Quartals hatte es sich abgezeichnet, dass wir im Metallhandwerk im Jahr 2019 von einer gespaltenen wirtschaftlichen Entwicklung werden reden müssen“, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Verbandes, die Ergebnisse der Quartalsumfrage. „Die deutliche Abkühlung im deutschen Automotivbereich und die internationale Entwicklung – angefangen beim nach wie vor ungelösten Brexit bis hin zu politisch indizierten Handelsbeschränkungen – gehen auch am nordrhein-westfälischen Metallhandwerk nicht spurlos vorbei.  Sinkende Erträge bzw. Ertragserwartungen tragen nicht zur Investitionsbereitschaft bei. Gerade jetzt aber sind Investitionen in eine Steigerung der betrieblichen Effektivität und Effizienz notwendig. Die digitalen Möglichkeiten bieten dabei ausreichende Chancen – sie sollten nur auch genutzt werden. Mit unseren technischen Beratern und unserem Fortbildungsangebot kann der Fachverband Metall NW hierzu einen bedeutenden Beitrag leisten.“

Der Fachverband Metall NW vertritt als Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen mehr als 3.000 mittelständische Unternehmen des Metallhandwerks. Mit rund 58.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 8,5 Mrd. €, erwirtschaften die Unternehmen für annähernd 150.000 Menschen in NRW den Lebensunterhalt.