Die Europäische Kommission hat mit der Omnibus-Verordnung einen weitreichenden Entwurf zur Vereinfachung der Nachhaltigkeitsberichterstattung vorgelegt, von dem auch metallhandwerkliche Unternehmen profitieren können.
Im Rahmen dieser Vorschläge wird u.a. vorgeschlagen, dass
- lediglich Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitern (bisher 250 MA) weiterhin berichtspflichtig wären, wobei die finanziellen Kriterien unverändert blieben.
- Die Pflicht zur Berichterstattung soll einheitlich auf 2028 verschoben werden.
- Die Anzahl der zu berichtenden Informationen soll deutlich verringert werden. Zudem entfielen branchenspezifische Standards und die Anforderungen an die Prüfsicherheit.
Die Omnibus-Verordnung würde auch signifikante Erleichterungen für kleine und mittlere Metaller bringen. Zum einen sinken die Betroffenen einer Berichtspflicht und zum anderen könnten weitere Vorteile im Rahmen des freiwilligen VSME-Standards realisiert werden:
- Es ist vorgeschlagen, dass der VSME als eine Art Schutzschild dient, der Unternehmen oder Banken, die in den Anwendungsbereich der CSRD fallen, bei ihren Wertschöpfungsketten angehörigen Unternehmen mit weniger als 1 000 Beschäftigten nur noch eingeschränkt Informationen anfordern dürfen. Damit würde der berüchtigte „Trickle-Down-Effekt“ deutlich eingeschränkt werden.
- Die Standardisierung der Berichterstattung durch den VSME erleichtert den Datenaustausch und die Umsetzung bei den Klein- und Mittelbetrieben. Gerade wird für das Handwerk ein einheitliches Tool zur Berichterstattung geschaffen, das zusätzliche Erleichterungen für die Handwerker bringt.
Angesichts der geplanten Änderungen durch die Omnibus-Verordnung stehen viele Unternehmen vor der Frage, ob sie ihre CSRD-Vorbereitungen fortsetzen oder abwarten sollten. Eine allgemeingültige Antwort auf diese Frage ist schwierig. Für die allermeisten metallhandwerklichen Unternehmen spricht Vieles für eine eher abwartende Haltung. Zum einen sind die Vorschläge der Kommission noch nicht umgesetzt und zum anderen erwarten wir zur Jahresmitte das Unterstützungstool des ZDH. Dieses bietet – mit der Unterstützung des Verbandes – einen erfolgsversprechenden Einstieg in die Nachhaltigkeitsberichterstattung.