Zum Ende des ersten Halbjahres 2026 verharrt die wirtschaftliche Lage im Metallhandwerk auf niedrigem Niveau. Mehr als jeder dritte Feinwerkmechaniker und jeder achte Metallbauer bewerten ihre aktuelle Geschäftslage als mangelhaft oder schlechter. Ursächlich hierfür ist nicht zuletzt der rückläufige Auftragsbestand im zweiten Quartal, von dem jedes zweite Metallunternehmen betroffen ist.
Für das laufende Jahr erwarten lediglich 6,8 % der Metallbauer und immerhin knapp 18 % der Feinwerkmechaniker noch eine positive Entwicklung ihres Unternehmens. Diese Lichtblicke können jedoch nicht darüber hinwegtäuschen, dass rund die Hälfte der Metallbauer und rund ein Drittel der Feinwerkmechaniker mit einer weiteren Verschärfung der wirtschaftlichen Situation rechnen. Korrespondierend hierzu bleibt auch die Investitionsneigung mit rund 25 % der befragten Unternehmen auf einem niedrigen Niveau.
Ein sich weiter verschärfender Preiswettbewerb (rund 60 %) belastet die Margen der Unternehmen zusätzlich zum zunehmenden Auftragsmangel (51 %). Dies sind die zentralen wirtschaftlichen Herausforderungen, denen sich die Betriebe des Metallhandwerks aktuell gegenübersehen. Darüber hinaus werden steigende Bürokratiekosten sowie der Fachkräftemangel (jeweils 56 % der Nennungen) als wesentliche Belastungsfaktoren genannt.
Zwar nehmen auch im Metallhandwerk die Hürden bei der Kreditvergabe zu, sie bewegen sich mit rund 13 % der Nennungen jedoch weiterhin deutlich unterhalb der aktuell von der KfW veröffentlichten Zahlen. Demnach berichten vier von zehn mittelständischen Unternehmen von Schwierigkeiten bei der Kreditvergabe.
„Nach wie vor sind große Teile des Metallhandwerks stark von der allgemeinen Krise der deutschen Wirtschaft betroffen. Seit Jahren stellen wir in unseren Konjunkturblitzlichtern fest, dass viele Unternehmen mit wechselnden, aber stets herausfordernden Rahmenbedingungen konfrontiert werden. Aktuell treffen steigende Kosten und zunehmender Preiswettbewerb auf eine schwache Nachfrage – eine Kombination, die das wirtschaftliche Überleben vieler Unternehmen gefährdet. Entlastungen, insbesondere durch den geplanten Bürokratieabbau und eine Rückführung der Lohnzusatzkosten unter die 40-Prozent-Marke, sind deshalb existenzielle Forderungen des Metallhandwerks. Und das möglichst schnell“, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Metall NW, die Ergebnisse des aktuellen Konjunkturblitzlichtes.
Er ergänzt, dass die anstehende Sommerpause der Politik nicht für weitere kleinteilige parteipolitische Scharmützel genutzt werden dürfe: „Nachhaltige Reformen braucht es jetzt!“
Geschäftsführer Fachverband Metall NW
Der Fachverband Metall NW vertritt als Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen rund 2.400 mittelständische Unternehmen des Metallhandwerks. Mit rund 58.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 9,5 Mrd. EUR erwirtschaften die Unternehmen für annähernd 150.000 Menschen in NRW den Lebensunterhalt. Der Fachverband Metall NW bündelt die Interessen seiner Mitglieder und deren Unternehmen.



