Die wirtschaftliche Lage im nordrhein-westfälischen Metallhandwerk bleibt auch zum Ende des dritten Quartals angespannt. Das aktuelle Konjunkturblitzlicht des Fachverbandes Metall NW zeigt: Eine nachhaltige Erholung ist weiterhin nicht in Sicht. Die Unternehmen bewegen sich vielmehr auf einem niedrigen Niveau, das von schwacher Nachfrage, anhaltendem Preiswettbewerb und hohen Kosten geprägt ist.
Nur knapp jedes fünfte Unternehmen (19,4 Prozent) bewertet die aktuelle Geschäftslage als gut. Demgegenüber beurteilen 17,9 Prozent ihre Lage als mangelhaft oder ungenügend. Mit einem Durchschnittswert von 3,50 auf der zugrunde liegenden Bewertungsskala bleibt die Stimmung damit insgesamt verhalten.
Besonders deutlich zeigt sich die schwierige Situation beim Auftragsbestand. Bei 40,3 Prozent der befragten Unternehmen ist dieser zuletzt gesunken. Nur 13,2 Prozent konnten einen Anstieg verzeichnen. Knapp 60 Prozent der Betriebe verfügen zudem über einen Auftragsbestand von höchstens zwei Monaten.
Auch der Blick nach vorn gibt wenig Anlass für Optimismus. Die Hälfte der Unternehmen erwartet für das laufende Jahr keine Veränderung ihrer wirtschaftlichen Situation. 41,1 Prozent rechnen dagegen mit einer Verschlechterung. Nur 8,5 Prozent gehen von einer Verbesserung aus. Die Investitionsbereitschaft bleibt entsprechend zurückhaltend: Lediglich 30,2 Prozent der Unternehmen planen Investitionen.
Hoher Preisdruck trifft auf steigende Kosten
Neben der schwachen Nachfrage belastet insbesondere der zunehmende Preisdruck die Unternehmen. Nur 7 Prozent bewerten die erzielten Preise als gut. 41,1 Prozent halten sie lediglich für ausreichend, weitere 25,6 Prozent sogar für ungenügend.
Bei den größten Schwierigkeiten stehen die Bürokratiekosten mit 62,8 Prozent der Nennungen an erster Stelle. Es folgen der Fachkräftemangel mit 58,9 Prozent sowie die Kosten für Zulieferungen mit 58,1 Prozent. Mehr als die Hälfte der Unternehmen nennt außerdem den Preiswettbewerb beim Kunden als Belastung. Bei 47,3 Prozent stellt zudem der Auftragsmangel ein Problem dar.
„Die Zahlen zeigen vor allem eines: Die erhoffte Trendwende ist bislang ausgeblieben. Die wirtschaftliche Lage im Metallhandwerk verharrt auf einem niedrigen Niveau“, kommentiert Stephan Lohmann, Geschäftsführer des Fachverbandes Metall NW, die Ergebnisse. „Unsere Betriebe stehen weiterhin unter einem erheblichen Druck. Auf der einen Seite fehlt es an ausreichenden Aufträgen und die Preise stehen unter Druck, auf der anderen Seite steigen Kosten und bürokratischer Aufwand. Das erschwert es den Unternehmen, Spielräume für Investitionen und Beschäftigung zu schaffen.“
Lohmann sieht deshalb weiterhin dringenden Handlungsbedarf: „Die Unternehmen brauchen jetzt vor allem verlässliche Rahmenbedingungen und spürbare Entlastungen. Wenn fast zwei Drittel der Betriebe die Bürokratiekosten als Belastung nennen und gleichzeitig die Kosten für Zulieferungen und Personal hoch bleiben, wird deutlich, wo angesetzt werden muss. Entlastung darf nicht nur angekündigt werden – sie muss in den Betrieben tatsächlich ankommen.“
Geschäftsführer Fachverband Metall NW
Keine Verschärfung – aber auch keine Entwarnung
Das aktuelle Konjunkturblitzlicht zeichnet damit ein Bild, das sich auch mit den Ergebnissen des vorherigen Halbjahresberichts deckt: Die schwierige wirtschaftliche Situation setzt sich fort. Eine deutliche Verschlechterung der Stimmung ist zwar nicht erkennbar, eine spürbare Belebung allerdings ebenso wenig. Bereits zum Ende des ersten Halbjahres hatte der Fachverband auf die schwache Nachfrage, den zunehmenden Preiswettbewerb und die niedrige Investitionsneigung hingewiesen.
„Wir sehen derzeit eher ein Verharren als eine Trendwende, so Lohmann. „Das mag auf den ersten Blick nach Stabilität klingen. Für die Unternehmen bedeutet es aber: Die Belastungen bleiben bestehen. Deshalb darf sich die Politik mit dem erreichten Zustand nicht zufriedengeben. Entscheidend ist, jetzt die Voraussetzungen dafür zu schaffen, dass aus dem Verharren wieder Bewegung und aus Bewegung wieder Wachstum werden kann.“
Der Fachverband Metall NW vertritt als Arbeitgeberverband in Nordrhein-Westfalen rund 2.400 mittelständische Unternehmen des Metallhandwerks. Mit rund 58.000 Beschäftigten und einem Jahresumsatz von rund 9,5 Mrd. EUR erwirtschaften die Unternehmen für annähernd 150.000 Menschen in NRW den Lebensunterhalt. Der Fachverband Metall NW bündelt die Interessen seiner Mitglieder und deren Unternehmen.




